Junge Besucher vor dem frisch sanierten Jugendzentrum Otterndorf, das nach einer umfassenden Sanierung und Modernisierung nun wieder seine Türen öffnet. Foto: Mangels
Junge Besucher vor dem frisch sanierten Jugendzentrum Otterndorf, das nach einer umfassenden Sanierung und Modernisierung nun wieder seine Türen öffnet. Foto: Mangels
Fördergeld macht's möglich

Jugendzentrum Otterndorf nach Millionen-Sanierung wieder eröffnet

von Christian Mangels | 30.05.2026

Fast zwei Jahre wurde geplant und gebaut, nun ist das Jugendzentrum an der Marktstraße 36 wieder geöffnet. Vertreter der Stadt Otterndorf, der Samtgemeinde Land Hadeln und des Paritätischen Cuxhaven gaben die sanierte Einrichtung offiziell frei.

Rund eine Million Euro wurden in die Modernisierung des 150 Jahre alten Gebäudes investiert. Entstanden ist ein modernes, barrierefreies Jugendzentrum, das künftig noch bessere Voraussetzungen für die offene Jugendarbeit bieten soll. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, die neugestalteten Räume erstmals zu besichtigen und sich über die zukünftigen Angebote zu informieren.

Anfänge der Jugendarbeit reichen bis ins Jahr 1975 zurück

Einen Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte der Jugendarbeit in Otterndorf gab Bürgermeister Claus Johannßen in seinem Grußwort. Die Anfänge reichen bis ins Jahr 1975 zurück, als Jugendliche ein leer stehendes Gebäude an der Marktstraße 21 in Eigenregie nutzten. Zu ihnen gehörte damals auch Johannßen. Später diente eine Autowerkstatt an der Stader Straße als Treffpunkt, allerdings nur für eine begrenzte Zeit. Mit dem Umzug in die heutigen Räumlichkeiten an der Marktstraße 36 - die Stadt Otterndorf hat das Gebäude nebst Grundstück im Jahr 2006 erworben - und der Kooperation mit dem Paritätischen wurden schließlich die Voraussetzungen für eine langfristige offene Jugendarbeit geschaffen.

Ein junger Besucher genießt eine Partie Billard im frisch sanierten Jugendzentrum Otterndorf, das mit Graffitis und einem neuen, einladenden Ambiente lockt. Foto: Mangels

Die Stadt erhielt für den Umbau des 1876 erbauten Gebäudes einen großen Schluck aus der Förderpulle des Bund-Länder-Programms "Lebendige Zentren", er beträgt 90 Prozent. "Allein hätte die Stadt das nicht geschafft", sagte Johannßen. Mit seinem Dank an den Architekten, die Handwerker und das Team des Paritätischen verband er die Hoffnung, dass das Jugendzentrum - kurz JUZ - künftig noch stärker ein Treffpunkt für Jugendliche aus allen sozialen Schichten wird.

Samtgemeindebürgermeister und Stadtdirektor Frank Thielebeule nutzte sein Grußwort, um auf die dramatische, sich verschärfende Finanzlage der Kommunen aufmerksam zu machen, die auch Gegenstand einer Resolution ist, die am Mittwoch an Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies übergeben wurde. "Wir können nur gute Politik machen, wenn die Kommunen auch vernünftig ausgestattet sind", sagte Thielebeule und blickte auf die Baumaßnahmen am Jugendzentrum. Das Projekt sei ein gelungenes Beispiel dafür, was mit einer starken Förderung möglich sei. Gleichzeitig machte er deutlich, dass viele notwendige Investitionen künftig schwieriger zu stemmen sein werden, wenn die finanzielle Ausstattung der Städte und Gemeinden nicht verbessert werde.

Mit dem Durchschneiden des symbolischen roten Bandes eröffneten Stadtdirektor Frank Thielebeule, Bürgermeister Claus Johannßen sowie Erwin Simmering und Kai Uhlhorn vom Paritätischen (v.l.n.r.) das frisch sanierte Jugendzentrum. Foto: Mangels

Im Anschluss an die Grußworte hatten die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, die modernisierten Räume zu besichtigen. Dabei informierten Mitarbeitende des Paritätischen über die Angebote der offenen Jugendarbeit und die künftige Nutzung des Hauses, das nach der umfassenden Sanierung kaum wiederzuerkennen ist: Der alte Heizöltank ist verschwunden und wurde durch eine moderne Wärmepumpe ersetzt, die neuen WCs sind barrierefrei, die Fassade, das Dach und die Elektronik wurden erneuert. Eine sogenannte Flex-Treppe hilft Rollstuhlfahrern beim Zugang zum Jugendzentrum. Neue Graffitis an den Wänden setzen farbige Akzente und verleihen dem Gebäude einen zeitgemäßen Charakter.

"Das Jugendzentrum bietet damit deutlich bessere Voraussetzungen für die offene Jugendarbeit", ist Kai Uhlhorn, stellvertretender Geschäftsführer des Paritätischen Cuxhaven, überzeugt. Ganz abgeschlossen ist der Umbau übrigens noch nicht: Im Obergeschoss soll noch eine Boulderwand entstehen, die das Freizeitangebot für die Jugendlichen zusätzlich erweitern wird. In den weiteren Ausbau des Angebots, sollen die Jugendlichen einbezogen werden, erklärte Uhlhorn. "Man ist ja im Grunde nie fertig."

Spielerische Vielfalt: Im frisch sanierten Jugendzentrum Otterndorf entdecken Besucher die umfangreiche Sammlung an Brettspielen, die künftig für gesellige Stunden sorgen wird. Foto: Mangels
Fußball in der Kuschel-Lounge: Das frisch sanierte Jugendzentrum Otterndorf - ein Ort für Gemeinschaft und moderne Freizeitgestaltung. Foto: Mangels

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Christian Mangels

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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